In der KEBO herrschen wieder kühlere Temperaturen. Der Eismeister dreht seine letzte Runde auf der Eisfläche. Das Eis glänzt. In wenigen Minuten wird die erste Mannschaft der ZSC Lions ihr Eistraining aufnehmen. Andreas Schnyder, Chef des achtköpfigen Eismeister-Teams, steht hinter der Plexiglasscheibe bereit. Er ist gespannt und freut sich, dass es losgeht. Die Spieler laufen die Treppe hinauf. Schnyder beobachtet, wie die Kufen zum ersten Mal das Eis berühren. Wegen den Corona-Schutzmassnahmen bleibt Schnyder hinter der Plexiglasscheibe. Die Jungs begrüssen Schnyder, klopfen mit dem Stock an die Plexiglasscheibe. «Der Umgang mit den Spielern ist toll – der Respekt ist auf beiden Seiten da. Mit den einen hat man natürlich eine bessere Beziehung.»

Perfektes Eis für perfekte Trainingsbedingungen

Das Ziel der Eismeister ist es, den ZSC Lions ein perfektes Eis zu bieten, um so beste Trainingsbedingungen zu schaffen. Hallentemperatur, Luftfeuchtigkeit, Kälte vom Eis und das sorgfältige Putzen sind ausschlaggebend für die richtige Qualität. «Wir stehen im ständigen Austausch mit dem Trainerstaff. Wir Eismeister können es zwar optisch beurteilen, die Spieler und die Trainer merken aber, ob die Eisqualität ihren Anforderungen entspricht.» So kann es durchaus zu einem spitzfindigen Kommentar eines Spielers kommen, wenn das Eis einmal zu «weich» sein soll. «Aber sie meinen es gut», lächelt Schnyder. «Uns ist es sehr wichtig, eine Rückmeldung zu erhalten.»

Schnyder mit ZSC-Vergangenheit

Andreas Schnyder weiss, auf was es beim richtigen Eis ankommt. Der 47-Jährige hat selber die Juniorenabteilung bei den ZSC Lions durchlaufen und heuerte später als Verteidiger bei Traktor Bäretswil an. Und eine amüsante Anekdote gibt’s da auch noch, die mit den ZSC Lions zu tun hat. «Der ehemalige Stadiondirektor des Hallenstadions Sepp Vögeli hat uns erlaubt, die Heimspiele des Traktor Bäretswil im alten Hallenstadion auszutragen. So kam es auch zum Duell mit der zweiten Mannschaft der Lions, die in unserer Gruppe waren. Doch ausgerechnet die ZSC Lions, die im Heuried spielten, kamen nur bei einem Auswärtsspiel gegen uns in den Genuss vom Hallenstadion.»

Keine Sonderwünsche

In der KEBO ist das Training absolviert. Einige Spieler ziehen sich zurück in ihre Garderobe, die anderen nutzen die volle Zeit auf dem Eis aus. Die Eisbelegung ist sehr streng getaktet. Kaum ist das eine Training fertig, folgt in Kürze eine andere Gruppe. In 15 Minuten muss das Eis wieder glänzen. «Es wird immer kritisch, wenn die Spieler noch länger auf dem Eis bleiben wollen. Das bringt unser Zeitmanagement durcheinander», sagt Schnyder. «Wir nehmen aber natürlich Rücksicht, je mehr es Richtung Playoffs geht. Dann steigen wir auch in den Playoff-Modus um.»
Schnyder ist nach dem Training zufrieden mit der Eisqualität. Im Sommer hat sein Team ein neues System installiert. Dies soll den Sauerstoff aus dem Eis ziehen. «Wir erhoffen uns damit, dass das Eis kompakter wird.» Und das war es. Captain Patrick Geering fällt auf, dass es weniger Abrieb gegeben hat. Auch ZSC-Trainer Rikard Grönborg habe eine positive Rückmeldung gegeben. Das freut Schnyder, der die Zusammenarbeit mit Grönborg als sehr professionell empfindet. «Der Trainer erwartet die bestmögliche Qualität. Sonderwünsche hat er aber keine.» Es hat bei den ZSC Lions nur wenige Coaches gegeben, die zusätzliche Wünsche hatten. «Serge Aubin schickte beispielsweise die verletzten Spieler zuerst auf das Eis und danach wollte er nochmals eine Eisreinigung, bevor das richtige Training begann. Aber das wars auch schon.»

Mit dem Zett verbunden

Die KEBO wird vom Sportamt der Stadt Zürich geleitet. Dazu gehört auch das Team von Schnyder. Die Eismeister sind nicht nur zuständig für die ZSC Lions, sondern leiten auch den jeweils im Oktober startenden öffentlichen Eislauf. Obwohl sie nicht vom ZSC angestellt sind, sind die Eismeister doch mit dem Stadtklub verbunden. «Wir sind zwar durch die Siewerdtstrasse physisch vom ‚Olymp‘ getrennt, aber wir arbeiten Hand in Hand zusammen. Wir gehören zur Familie.»