Tatsächlich: Qualifikationssieger und Cup-Champion ZSC Lions scheitert im Playoff-Viertelfinal mit 0:4 am SC Bern.

Dass der Erste der Quali gegen den Achten nicht einfach durchspaziert, war klar. Vor allem dann nicht, wenn das Gegenüber Bern heisst. Im modernen Playoff sind die einzelnen Duelle eng und hart umkämpft. Das manifestierte sich allzu deutlich in der Serie zwischen den Löwen und den Bären. Ein derart klarer Ausgang zu Ungunsten der Zürcher kommt aber schon einer grossen, aus ZSC-Sicht herben Überraschung gleich. Damit hätten nicht einmal die kühnsten Pessimisten gerechnet.

Tadellose Hausherren

Im vierten Spiel bekommen die Zuschauer den bislang besten SCB zu sehen, der Schritt für Schritt mit je einem Tor pro Drittel den Halbfinaleinzug bewerkstelligt. Die Gäste aus der Limmatstadt bleiben dagegen grösstenteils blass, bestimmen den Match nur im Mittelabschnitt nach ihrem Gusto. Dass sie dieses jedoch mit einem 0:1 beenden, ist bezeichnend für die ganze Serie. Trotz heute drei ausländischer Stürmer im Angriff ziehen die Blauweissroten torlos von dannen. Genau zum richtigen Zeitpunkt krönt Mutzen-Keeper Stepanek seine starken Playoff-Leistungen mit dem ersten Shutout im SCB-Dress überhaupt. Vorne treffen wiederum Ebbett, A. Berger und Ruefenacht.

Letztmals vor fünf Jahren

„Schöne Ferien“ richtete das Gros des Publikums im Berner Dialekt an die Mannschaft von Marc Crawford. Mit dieser Schmach mussten und müssen die Lions leben, obschon sie abermals eine tolle Saison gezeigt hatten. Leider ging ihr Gameplan ausgerechnet im Playoff nicht mehr auf. Die Saison endet für den Stadtklub so früh wie seit 2011 nicht mehr, als der Zett letztmals im Viertelfinal ausschied. Das ist äusserst schmerzhaft und bedarf gleich mehrerer Tage Verdauungsarbeit. Wer aber dieses Team kennt und die Organisation dahinter, der weiss: Die Löwen werden zurückkommen. Gratulation an den Schlittschuh Club Bern!

(Sandro Frei, Bern)