Grossgewachsen und kräftig, das macht Rikard Grönborg zu einer imposanten Erscheinung. Kult ist sein grauer, perfekt getrimmter Vollbart. Eine Art Markenzeichen. Für die Pflege des Barts besucht der ZSC-Headcoach alle drei Wochen den Barbierladen «Bullfrog» im Zürcher Niederdorf, der einen Treffpunkt zwischen der Rasurkunst der italienischen Friseure und der Atmosphäre nordamerikanischer Barber Shops herstellt. Perfekt für Grönborg, den amerikanisch geprägten Schweden. Als er den Salon betritt, erkennt in Steven vom Empfang sofort und ist sehr erfreut über den Besuch. Ein Kaffee und etwas Small Talk später sitzt respektive liegt Grönborg auf dem Stuhl, die Behandlung beginnt. Der Augenschutz dient der Entspannung, da sonst in der horizontalen Lage der Lichteinfall stören würde. Der Kunde soll möglichst abschalten können.

Dank Nilsson und Pettersson

Während sich der dreifache Weltmeistertrainer entspannt und sein Bart getrimmt wird, erfahren wir mehr über «Bullfrog». Ursprünglich aus Italien und dort im Norden sowie in Rom geschäftstätig, expandierte der Shop nach Deutschland (München) und im Oktober 2015 schliesslich in die Schweiz nach Zürich. Kernkompetenz sind Rasur, Bart und Schnurrbart, die Haare kann man sich auch schneiden lassen. Von den ZSC Lions gehört Fredrik Pettersson zur Stammkundschaft, Robert Nilsson war vor der Rückkehr in seine Heimat ebenfalls ein gerngesehener Gast. «Von ihnen beiden habe ich den Tipp erhalten», lässt uns Rikard Grönborg wissen. Die halbstündige Behandlung ist inzwischen beendet, und wir möchten vom Schweden die Geschichte seines Barts erfahren. «Früher trug ich einen Ziegenbart oder gar keinen Bart. Als ich 2016 Headcoach der schwedischen Nationalmannschaft wurde, meinte meine Frau zu mir, ich könnte ja den Bart wachsen lassen. In derselben Saison wurden wir Weltmeister. So nahm das seinen Lauf.» Die regelmässige Pflege nimmt Grönborg gerne auf sich, und im Geschäft im Niederdorf fühlt er sich willkommen. Den nächsten Termin macht der ZSC-Trainer auf jeden Fall sogleich ab, bevor er freundlich verabschiedet wird.

Tintenfisch und mehr

Das Zürcher Niederdorf hat es dem 51-Jährigen generell angetan. Als Grönborg und seine Frau kürzlich Zweisamkeit geniessen durften, weil ein Babysitter die Töchter Chloe (7) und Grace (1 ½) in Obhut hatte, dinierten die beiden im Restaurant Bauernschänke. «Es gab kein festes Menü, keine Vorspeise und keinen Hauptgang, sondern viele verschiedene Kreationen auf der Abendkarte, die sich alle zum Teilen eigneten», schwärmt der Schwede. Gebeizter Lachs, gebratener Tintenfisch oder westschweizer Saucisson wurden beispielsweise serviert. «Ein feines Bier rundete den Abend ab.»

Beeindruckende Aussicht

Auch die verschiedenen Brücken entlang des Niederdorfs mit erstklassigem Blick auf Limmat, Zürichsee, Alpen und natürlich die Wahrzeichen der Stadt sagen Grönborg sehr zu. Dass der zweifache Familienvater nebst dem Eishockey und den familiären Pflichten nicht allzu oft in der City unterwegs ist und diese (noch) nicht von A bis Z kennt, versteht sich von selbst. Wohnort Winkel liegt zudem nicht gleich um die Ecke. Apropos Zuhause: Kurz nach 15 Uhr begibt sich Papa Grönborg auf den Heimweg. Seine ältere Tochter Chloe sei bald aus der Schule zurück. «Sie neckt derzeit gerne ihre jüngere Schwester und umgekehrt. Da kann meine Frau meine Hilfe gut gebrauchen.» Auch das ist Rikard Grönborg.

Bildergalerie