Marco, wer bist Du?
Ich bin ein 25-jähriger ausgebildeter Angestellter bei der Schweizerischen Post. In der Arbeitswelt seit 2013 und seit 2011 begeisterter Schiedsrichter. Seit der Kindheit hockeybegeistert, allerdings immer im Fussball integriert.

Wie bist Du auf die Idee gekommen, Schiedsrichter zu werden? Oder anders gefragt: Was war die Motivation dazu und wie alt warst Du?
Ich weiss noch ganz genau, dass das Schiedsrichterteam Zürich an einem ZSC-Match im Hallenstation mit einem Stand präsent war und Flyer verteilte. Ich habe mir den Flyer im Zimmer auf den Tisch gestellt und habe lange überlegt, ob ich mich melden soll. Da die Voraussetzungen auch Schlittschuhlaufen mit sich bringen (und da war ich noch Anfänger), war ich lange unentschlossen. Irgendwann habe ich mir ein Herz gefasst und mich für den Moskitokurs in Wallisellen angemeldet. Damals war ich 16-jährig und im zweiten Lehrjahr.

Du warst ursprünglich Fussballtorhüter. Wie kommt man da auf die Idee des Eishockeyschiedsrichters?
Mein Vater hat mich immer ins Hallenstadion an die ZSC-Spiele mitgenommen und da war meine Begeisterung riesig. Da ich nicht Schlittschuhlaufen konnte, war Eishockeyspielen gar nie ein Thema. Aber der Stand der Schiedsrichter im Hallenstadion hat mich doch noch motiviert, beim Eishockey einzusteigen. Allerdings halt «nur» als Schiedsrichter.

Wieviel Training gehört als Schiedsrichter dazu?
Am Anfang war es schwierig, da ich zuerst auch das Schlittschuhlaufen erlernen musste und dann war es vor allem wichtig, dass ich viel auf dem Eis trainiert habe. Seit ich in der Liga tätig bin, trainiere ich circa zwei- bis dreimal wöchentlich, vor allem Fitness. Dies allerdings für mich allein. Früher gab es ein gemeinsames Training mit den Schiedsrichtern aus der Region. Seit etwa vier Jahren trainiere ich individuell.

Wie einfach war für Dich der Einstieg ins Schiedsrichterwesen?
Es war ein tolles Erlebnis, das Eishockey von der Perspektive des Schiedsrichters kennenzulernen. Der Einstieg war bei den kleinen Bambini einfach, da alles noch ein wenig langsamer zu und her ging. Als ich bereits nach einem Jahr die offizielle Liga-Prüfung abgelegt habe, war es doch ziemlich schwierig, als damals 17-Jähriger mich bei den Erwachsenen-Spielen durchzusetzen. Jetzt kann ich sagen, dass es eine super Lebensschule ist. Mein Weg ging sehr schnell von der 4. Liga in die 2. Liga. Die Leistungen waren dementsprechend gut, dass ich von dem Verantwortlichen in die höheren Ligen empfohlen wurde.

Was für ein zeitlicher Aufwand steckt dahinter?
In meiner Liga (momentan 1. Liga) sind die Spielorte verteilt von Davos bis nach Lugano. Je nachdem kann es sein, dass der ganze Tag verplant ist mit Hinreise. Vorbereitung, Spiel und Heimreise. Bei Nachwuchsspielen ist es einfacher, da wir selber bestimmen können, wo und wann wir welche Spiele leiten. Da ist der Aufwand bei maximal drei bis vier Stunden.

Was für Karrieremöglichkeiten gibt es?
Der Einstieg war bei mir der Moskitokurs (Grundlagen). Danach folgten weitere Kurse bis zum 1. Ligakurs (zwei volle Tage). Auf dieser Stufe gibt es dann die Möglichkeit, sich als Headschiedsrichter zu bewerben oder sich auf den Linesman zu konzentrieren. Ich bin seit rund vier Jahren Linesman. Momentan ist für mich die 1. Liga perfekt, da ich es mit meinem Arbeitgeber super verbinden kann. Der Einstieg in die National League wäre momentan schwierig, da es dann wesentlich zeitaufwendiger werden würde. Aber wer weiss, ich pfeife auf jeden Fall mit Begeisterung weiter und hoffe, dass mich mein Hobby noch lange erfüllen wird.
 

Schiedsrichter gesucht

Die GCK/ZSC Lions suchen Schiedsrichter für die Aktivliga (ab 4. Liga). Am besten geeignet sind ehemalige Eishockeyspieler. Aber auch Quereinsteiger wie Marco Bopp sind herzlich willkommen! Er hat gezeigt, dass auch dieser Weg möglich ist.

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