Die ZSC Lions konnten am Samstagabend dem HC Davos nicht die 14. Saisonniederlage zufügen. Nach einem bescheidenen Startdrittel rannten sie stets einem Rückstand hinterher – wohl eine zu hohe Hypothek gegen den souveränen Leader. Und doch war der Auftritt aufopferungsvoll und mit Tatendrang versehen. Nun aber heisst es spätestens ab 19:45 Uhr in Langnau «verlieren verboten». Klar, die Saison geht für die Zürcher auch im Falle einer Niederlage weiter, doch das Heimrecht im Viertelfinal wäre futsch. Etwas, dass die stolzen Zürcher nicht hergeben wollen. Vor allem, wenn man die letzten beiden Playoffs 2024 und 2025 anschaut. 16 Spiele, 16 Siege. Geht es um die Wurst, sind die Zürcher gefühlt unbezwingbar auf heimischem Eis. Jedoch können sie das während der Qualifikation 2025/26 nicht von sich behaupten. 13 und somit die Hälfte aller Heimspiele haben sie vor eigenem Publikum verloren. Vielleicht gut, dass es nun auswärts um Punkte geht. In der Fremde ist die Mannschaft von Marco Bayer seit acht Spiele ungeschlagen.
Rückblick
Auch in dieser Saison waren die Spiele gegen die Tigers eine enge Kiste. Das körperbetonte Spiel der Tigers, sowie die aufsässige Manndeckung machen den Zürchern das Leben schwer. In Zürich gab es Ende Oktober und im November zwei Siege, doch am 16. September verloren die Stadtzürcher mit 1:2 in Langnau. Damals, am zweiten Spieltag der noch jungen Saison, besiegelten Lapinskis und Rohrbach das Zürcher Schicksal. Der Anschlusstreffer von Aberg kam zu spät und der amtierende Meister war bereits am zweiten Spieltag verwundbar. Die möglichen Gegner im Viertelfinal sind immer noch die gleichen: Genf, Lugano oder Lausanne. Alle Duelle wären brisant. Die letzte Playoff-Begegnung mit Genf endete 2021, während der Corona-Saison, glanzlos mit Endstation Halbfinal. Eine Serie mit Lugano ist noch etwas länger her und doch mit schönen Erinnerung verbunden: Finalserie 2018 mit anschliessender Meisterfeier. Und wie die letzten Aufeinandertreffen mit Lausanne verliefen, ist uns allen noch bestens bekannt. Egal wer es am Ende sein wird, Zunder wird schon vor dem ersten Puckdrop vorhanden sein.
Marco Bayer muss sein Team zum Sieg coachen, soll es im Viertelfinale mit einem Heimspiel starten.
Im Fokus: SCL Tigers
Bei den Emmentalern fasst man sich bestimmt nach der verpassten Play-In-Quali an den Kopf. Wie konnte die gefühlt so sichere Teilnahme doch noch verspielt werden? Die Mannschaft von Thierry Paterlini spielte sehr anschaulich bis Weihnachten, auch zur Jahreswende war noch alles in Butter. Und dann? Der Einbruch. Seit dem 18. Januar haben die SCL Tigers gerade Mal ein Spiel gewonnen (gegen Ambri, 6:3). Es blieb der einzige Triumph aus den letzten zehn Partien und so brauste auch der Play-In-Zug an den Tigers vorbei und macht deshalb keinen Halt in der Emmental Versicherung Arena. Im Showdown am vergangenen Samstag ging der SCL unter – gleich mit 1:5 in der Bieler Tissot Arena. Christian Dubé und die Seeländer sind die glücklichen zehnten, während für Langnau nach der Partie am Montagabend finito ist. Gibt es zur Versöhnung noch einen Sieg gegen den amtierenden Meister, oder sitzt der Stachel der verpassen KO-Phase zu tief?
Lichterlöschen. Für die Herren im Tiger-Gewand ist die Saison nach der Spiel gegen die ZSC Lions vorbei.
