29 Schüsse kann ZSC-Schlussmann Simon Hrubec parieren. Seine Aufgaben verteilen sich in diesen 60 Minuten auf leichte Beute bis hin zur Schwerstarbeit – doch Hrubec bleibt (fast) makellos. Doch diesen einen Schuss, der die Bieler in den Siegeshimmel schiesst, kann er nicht halten. Weniger als zwei Minuten vor dem Ende, sieht Haas seinen Verteidigerkollegen Yakovenko und überlässt ihm das Toreschiessen. Der Russe in den Diensten der Seeländer zirkelt die Scheibe and Freund und Feind vorbei, bis sie hinter Hrubec im Netz einschlägt. Der einzige Treffer an diesem Abend und somit der goldene, zumindest aus Sich der Hausherren.

 

Munteres hin und her

 

Anders noch als im Viertelfinale ist es nicht die Härte, die dem Spiel den Stempel aufdrückt, sondern Spielwitz und technische Finessen. Beide Mannschaften liefern sich zum Auftakt in diese Halbfinalserie einen offenen Schlagabtausch. Chancen hier, Chancen da. Kaum ein Zuschauer in der Tissot Arena würde wohl sagen, dass es ein klassisches 1:0 gewesen sei. Es hätten mit Sicherheit einige Tore mehr fallen können und das auf beiden Seiten. Die ersten 20 Minuten müssen wir den Bielern gutschreiben. Die Heimmannschaft hat im ersten Abschnitt mehr vom Spiel und diktiert das Geschehen nach ihrem Gusto. Zählbares schaut dabei noch nicht raus, auch nicht, als die nach einem hohen Stock von Kukan in Überzahl agieren dürfen. Im Mitteldrittel sind es dann die Lions, die für mehr Schwung sorgen. Willy Riedi und Sven Andrighetto scheitern dabei aus guten Positionen, aber EHCB-Goalie Sätteri ist auf der Höhe. Obwohl das Spiel torlos ist über weite Strecken, riecht es nicht wirklich nach Verlängerung. Es war spürbar, dass jemand seine Farbe zum Sieg schiessen wird im letzten Drittel.

 

Ein Mann mehr, ein Tor weniger

 

Und so sind es die Stadtzürcher, die erneut nach Wiederbeginn der Partie die spielbestimmende Mannschaft sind. Doch Biel wird jeweils bei der nur kleinsten Chance brandgefährlich und sorgt so dafür, dass ihr Anhang wach bleibt. Aus dem Gästeblock gibt es 60 Minuten Vollgas ohrenbetäubende Gesänge. Der Limmatblock zeigt sich von seiner besten Seite und ist an diesem Abend definitiv der siebte Mann. Dann kommt dazu, dass Gaetan Hass sich zu einem Ellenbogencheck gegen Roe verführen lässt. Der Schweizer muss für fünf Minuten in die Kühlbox: die Vorentscheidung? Die Zeit im Überzahlspiel rinnt gefühlt nur so dahin. Je länger der EHCB seinen Kasten sauber hält, umso lauter werden die Heimfans. Nach 57 Minuten und 18 Sekunden kippt die Stimmung dann komplett. Die heimischen Zuschauer feiern ihre Boxplay-Helden frenetisch und peitschen den EHCB an. Bis eben dieser Yakovenko mit einem Distanzschuss die Partie entscheidet. Bitter für den Zett, denn sie hätten hier auch als Sieger vom Eis gehen können. So heisst es Helm richten und am Samstag in der Swiss Life Arena zurückzuschlagen.

 

(Marko Filipovic, Biel)

 

 

 

 

 

Fotos: Keystone-SDA