Nach der ersten Partie in Davos haben wir eine gute und eine schlechte Nachricht. Die schlechte zuerst: die Zürcher verlieren den Auftakt in den Halbfinal und müssen sich wie vor Jahresfrist zur zondacrypto-Arena-Premiere beugen. Der souveräne Qualifikationssieger gewinnt die Partie mit 4:2 und darf ein erstes Mal jubeln auf dem Weg in den Final. Das gute an dieser Partie? Dennoch die Darbietung der ZSC Lions über die gesamte Partie gesehen. Die Zürcher waren mehr als nur auf Augenhöhe und dürfen, nein müssen, mit breiter Brust am Montag vor heimischem Publikum auftreten. Das Spiel hätte auch gut auf die ZSC-Seite kippen können.
Fehler werden bestraft
In den Startminuten in das Spiel sehr ausgeglichen und beiden Teams wirken so, als seien sie endlich von der Leine gelassen worden. Das Eisstadion in Davos ist picke packe voll und kommt einem Hexenkessel gleich. Nach nicht einmal sechs Minuten explodiert der Kessel dann, als Stransky zum 1:0 für Davos einnetzt. Ein Fehler in der Hintermannschaft der Zürcher wird sofort bestraft und Stransky kann ungestört ins halbleere Tor einschieben. Ein paar Minuten wirken die Gäste noch beeindruckt, fangen sich aber ziemlich schnell wieder. Der offene Schlagabtausch geht weiter. Schwieriger wird die Aufgabe, als Filip Zadina nach dem Seitenwechsel zum Penalty antreten darf. Der Tscheche bleibt eiskalt und bezwingt Simon Hrubec zum zweiten Mal an diesem Abend. Eine Tschechen-Party wird es die nächsten Tage wohl nicht geben, eher ein Privatduell ums Weiterkommen. Dann kommt es im Mittelabschnitt zu einer Strafenflut, die erst bei der sechsten in diesem Drittel ausgenützt wird. Als Chris Egli auf der Strafbank Platz nimmt, lenkt der ZSC-Chris einen Schuss ins HCD-Tor! Baltisberger verkürzt nur neun Sekunden vor der Pause für die Gäste und die schöpfen wieder Hoffnung.
Kein Lohn
170 Sekunden nach Wiederbeginn im letzten Drittel beweist Chris Baltisberger erneut seine Scorerqualitäten. Das Sturminventar der letzten Jahr lenkt nicht nicht in klassischer Manier ab, sondern fitzt den Puck in den oberen Winkel – Marke Traumtor. Nun sind die Zürcher klar am Drücker und der HCD ist vor allem mit verteidigen beschäftigt. Am Ende steht auf dem Schussstatistik-Blatt 44 zu 29 für die Lions, doch auf dem Scoreboard ein 2:4. Simon Knak steht in Minute 57 goldrichtig und sorgt für den späteren Gamewinner. Stranskys Emptynetter ist dann nur fürs Publikum nett, ändert die Lage für die Zürcher aber nicht. Sie gehen erstmals in diesen Playoffs als Verliere vom Eis und müssen am Montag im Löwenkäfig zurückschlagen – Come on Züri!
(Marko Filipovic, Davos)
Fotos: Media Team ZSC Lions, Marko Filipovic
