Adrian Hotz zog es von «seinem» EHC Dübendorf in die NLA zum SC Bern, wo er im dritten Jahr Schweizermeister wurde. Anschliessend folgte der Wechsel zum ZSC. Für den Stadtklub stürmte der vierfache Nationalspieler zwischen 1989 und 1993. In insgesamt 287 NLA-Spielen erzielte Adrian Hotz 163 Tore und gab 118 Assists – er sammelte also beeindruckende 281 Skorerpunkte! Die letzten Jahre seiner Karriere verbrachte der Flügel wieder in Dübendorf, ehe er 1996 zurücktrat.

Vor zehn Jahren erlitt Adrian Hotz einen Aortariss, den er zwar mit Glück überlebte, aber eine schwere Operation nötig machte. Seither war Hotz invalid. Letzten Donnerstag wurde er zu einem Mittagsstammtisch erwartet, zu dem er nicht erschien. Er wurde in seiner Wohnung tot aufgefunden.

Weil der Vater von Adrian Hotz die bekannte Bäckerei Hotz in Dübendorf führte, wurde Adrian von allen «Wegge» genannt. Mittlerweile leitet sein Bruder die Bäckerei.

Bruno Vollmer, ein Weggefährte von Adrian Hotz und jetziger COO der ZSC Lions, erinnert sich an den hervorragenden Stürmer:

«Als Dübendorfer kannte ich Wegge natürlich seit der Jugendzeit, und obwohl er vier Jahre älter war als ich, hatten wir zumindest ab der gemeinsamen Zeit in der 1. Mannschaft beim EHCD einen engen Kontakt. Die Nachwuchsjahrgänge 63/64 und 66/67/68 waren sehr erfolgreich und gewannen einige Meistertitel im Juniorenalter. Mitte der 80er war der EHCD auch dank Spielern wie Wegge ein Nati B-Spitzenteam, das 1986 erst im Final gegen Bern und Chur verlor

Adi wechselte anschliessend zum SC Bern, wo er 1989 Meister wurde. Er spielte zwar in Bern, kam aber jeden Dienstag nach Dübendorf zurück, und verbrachte den damals noch freien Regenerationstag in seiner geliebten Heimat. Die Regeneration bei ihm konzentrierte sich vor allem auf das Jassen im Zelgli. Adi war schon immer ein leidenschaftlicher Jasser und späterer Pokerspieler. Keine Jassrunde in den Trainingslagern ohne Wegge! Der ZSC-Aufstieg 1989 kam ihm sehr gelegen, entsprechend folgte der Transfer ins Hallenstadion. Kloten war kein Thema, da Adi keine Stöcke von Ochsner spielen wollte. Das war seine Bedingung, und das hatte er Jürg Ochsner auch klar mitgeteilt. Er würde nie ohne seine geliebten Montrealstöcke von Albert Müller spielen. Albert rüstete uns Dübendorfer schon sehr früh mit Material aus, und Adi dankte es ihm mit seiner Treue zurück. Auch dann, als er auf der grossen Bühne des Schweizer Eishockeys unterwegs war.

Genau so war Adi – direkt, ehrlich und loyal zu jeder Zeit. Seine direkte Art war nicht bei allen immer beliebt. Aber ich mochte Adi. Man wusste immer, woran man war, und es ergaben sich sehr interessante Gespräche! Adi war in der Mannschaft ein Leader mit einem grossen Eishockeyverständnis. Er begann schon früh wie ein Trainer zu denken, und tüftelte an Spielzügen und Powerplay-Formationen herum. Adi war kein filigraner Läufer, dafür hatte er ein gutes Auge, hervorragende Hände und für mich die zu dieser Zeit beste Schusstechnik der Schweiz. In meinen Augen war er der erste Schweizer Spieler, der den sogenannten «One timer» in Perfektion beherrschte. Adi war der Gerd Müller des Eishockeys – ein wahrer Knipser! Legendär sind seine Tore beim EHCD, SCB und ZSC. Und vor allem natürlich der Penalty 1992 gegen das Grande Lugano, als wir die Viertelfinalserie als krasser Underdog sensationell gewinnen konnten.

Nach der Aktivzeit fanden sich alle oben erwähnten und älteren Jahrgänge des EHCD bei den Senioren wieder zusammen. Wir erzählten von den alten Zeiten, jassten, und auch das Biertrinken war offiziell wieder erlaubt.

Adi verlässt uns leider viel zu früh. Er wird uns mit seiner direkten und besonderen Art fehlen. Sei es als Mensch oder als ehemaliger Teamkolleg. Ruhe in Frieden, Wegge!»

Die ganze Organisation der ZSC Lions drückt ihr herzliches Beileid aus und wünscht den Angehörigen viel Kraft.