Es ist der 17. März 2018. Während eines Besuchs in Zürich, wo seine Freundin bis vor kurzem gelebt hat, hat sich Maurizio Sancesario verliebt. In die ZSC Lions. Es ist Liebe auf den ersten Blick. Der Italiener hat das Viertelfinal-Playoffspiel gegen den EV Zug im Fernsehen verfolgt. Noch nie zuvor hat er Eishockey geschaut. Die Zürcher schlagen den EVZ gleich mit 5:0. «Die ZSC Lions haben so einen starken Zusammenhalt gezeigt», sagt Maurizio Sancesario und ist fasziniert über die Spielweise des «Zett». So ist eine neue Liebe entstanden – direkt auf dem Sofa neben seiner Freundin Maddalena Brutti.

Online immer dabei

Seither verfolgt Sancesario die ZSC Lions von Italien aus. Der 52-Jährige lebt und arbeitet in der Lombardei. Deshalb informiert er sich hauptsächlich über die sozialen Medien und schaut jede Spielzusammenfassung des ZSC auf MySports. Der Meistertitel 2018 bleibt dem Familienvater unvergessen. «Ich habe das letzte Spiel im Stream verfolgt. Ich habe den Sieg in Italien gefeiert, als wäre ich mit den Spielern und den Fans vor Ort.»  

Erstes Spiel in der KEBO

Im August 2019 folgt der Höhepunkt: Sancesario besucht seine erste Partie live. Im Vorbereitungsspiel gegen die Schwenninger Wild Wings ist der eingefleischte Fan seinen Vorbildern in der KEBO hautnah. «Ich konnte mit drei Spielern abklatschen – inklusive unseres grossartigen Captains Patrick Geering. Eine wundervolle Erfahrung», erzählt Sancesario überglücklich. Auch das anschliessende Meisterschaftsspiel gegen Ambri-Piotta im Hallenstadion bleibt in bester Erinnerung. Beim 5:3-Sieg haben zwei seiner Lieblingsspieler vor seinen Augen getroffen: Raphael Prassl lässt sich als Doppeltorschütze feiern und Pius Suter nützt kaltblütig das Leventiner Chaos in der Verteidigung aus. «Suter ist so ein starker Spieler, der auch für den Unterschied sorgen kann», schwärmt Sancesario.

Seine Freundin bevorzugt Hockey

Dass Sancesario eine zweite Liebe gefunden hat, macht seiner Freundin Maddalena nichts aus. Sie ist froh, hat ihr Maurizio eine andere Leidenschaft als Fussball gefunden. «Ehrlich gesagt mag ich Fussball nicht. In Italien ist es ein überbezahlter Sport», ist Maddalena der Meinung. «Ich mag den Hockey-Spirit und die Leidenschaft dieser Sportart. Es schaut nach einem gesunden und sauberen Sport aus.» Im März feiern die beiden ihr vierjähriges Jubiläum. Gut vorstellbar, dass die beiden einen Abstecher nach Zürich machen – sofern es die aktuelle Lage zulässt.