Im Rahmen der VR-Sitzung der National League AG von Anfang Woche wurden die Ereignisse der letzten Wochen eingehend diskutiert. Alle Beteiligten sind sich nach wie vor einig, dass es zeitnah Massnahmen bedarf, um offene Fragen zu klären und die Weichen für die Zukunft zu stellen. Weitere Entscheidungen bezüglich Ligareform sollen jedoch erst nach Saisonende in diesem Sommer gefällt werden.

Sicherstellen des wirtschaftlichen Fortbestandes

Spieler, Fans, Sponsoren und Donatoren erbringen in der laufenden Saison viele Opfer und leisten mit Lohn- und Rückforderungsverzichten einen wesentlichen Beitrag zur Sicherstellung des Fortbestandes der Clubs. Ohne die finanzielle Unterstützung durch den Bund mit Darlehen und À-Fonds-Perdu-Beiträgen wäre es zudem nicht möglich, die laufende Saison zu Ende führen zu können. Die Clubvertreter und Liga-führung möchten es nicht unterlassen, allen herzlich zu danken, die ihren Beitrag dazu geleistet haben. Die Unsicherheiten über die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie und deren wirtschaftliche Folgen lassen den Schluss zu, dass die kommende Saison 2021/22 in jeder Hinsicht sehr schwierig werden wird.

Bildung einer Arbeitsgruppe mit der SIHPU

Der Verwaltungsrat der National League AG istsich der tragenden Rolle der Spieler bewusst und anerkennt die Spielervereinigung (SIHPU) als wichtigen Partner für die künftige gemeinsame Weiterentwicklung der National League. Aus diesem Grunde wurde gemeinsam mit der SIHPU entschieden, eine Arbeitsgruppe zu bilden, welche u.a. zum Ziel hat, gemeinsam Lösungen für die nicht zuletzt durch den Gesetzgeber im Zusammenhang mit den Finanzhilfen geforderten Lohnreduktionen zu finden.

Die Vorgaben des Bundes bezüglich Finanzhilfen umzusetzen erweist sich in der Praxis als sehr schwierig. Diesbezüglich strebt die Ligaführung, unterstützt durch Parlamentarier und Parlamentarierinnen, eine Anpassung der Rahmenbedingungen an. Dadurch soll allen Clubs ermöglicht werden, von den Finanzhilfen zu profitieren und gleichzeitig bestehende Verträge bestmöglich zu respektieren.

Ein zentraler Bestandteil wird mittelfristig das Financial-Fair-Play-System sein. Beim Sekretariat der Wettbewerbskommission (WEKO) wurde seitens Ligaführung eine Beratungsanfrage gestellt. Sollte diese positiv beantwortet werden, kann dieser zentrale Baustein schrittweise weiterentwickelt werden.

Gemeinsame Gestaltung der Zukunft

Sämtliche Anspruchsgruppen der National League (Spieler, Fans, Sponsoren, Donatoren, Medien etc.) sollen in die künftige Gestaltung der National League mit einbezogen werden. Unter dem Arbeitstitel «Dini Liga» haben alle Interessierten im Rahmen einer gross angelegten Umfrage die Möglichkeit, ihre Meinung zu brennenden Themen abzugeben. Im Wissen darum, dass die Meinungen und Wünsche der verschiedenen Anspruchsgruppen teilweise stark auseinander gehen, soll die Basis gelegt werden, um die National League der Zukunft gemeinsam zu gestalten.

Hier geht’s zur Umfrage

Absehbar ist, dass mindestens die beiden kommenden Saisons im Sinne einer Transformationsphase dem Zweck dienen, Risiken zu minimieren und die wirtschaftliche Erholung zu gewährleisten (u.a. kein Absteiger aus der National League bis mindestens Ende Saison 2021/22). Aus diesem Grund wollen sich die National-League-Clubs ohne Zeitdruck mit den zentralen Fragen der Ligareform auseinandersetzen. Dabei sollen Themen wie z.B. die Anzahl Ausländer-Lizenzen pro Saison sowie Lösungsansätze für bestehende ausländische Spieler mit dem Status «wie Schweizer» nochmals vertieft diskutiert werden.

Ebenso müssen sich die Clubs Klarheit darüber verschaffen, wie künftig die Möglichkeiten und Bedingungen für einen Ligawechsel von der Swiss League in die National League aussehen. Zentraler Bestandteil dabei ist die Gewährung eines Investitionsschutzes für die Clubs, welche in den letzten Jahren und auch aktuell viel Geld in neue Infrastrukturen investiert haben. Hier gilt es deshalb, eine ausgewogene Lösung für die künftige Ligagrösse zu finden. Klar ist: Auch in Zukunft sollen sowohl sportliche als auch wirtschaftliche Kriterien über die Ligazugehörigkeit entscheiden. Weder eine vollständig geschlossene Liga noch die Möglichkeit eines rein finanziellen Einkaufs in die National League sind angedacht.

Ein zentrales Element, um den langfristigen wirtschaftlichen sowie sportlichen Erfolg zu ermöglichen, spielen dabei die medialen Rechte. Gemeinsam mit Swiss Ice Hockey wird im 2. Quartal 2021 die Ausschreibung dieser Rechte für die Saisons ab 2022/23 lanciert. Ebenfalls laufen die Verhandlungen mit der Hauptpartnerin PostFinance über eine Verlängerung der Zusammenarbeit.

Weiterhin Mitglied bei Swiss Ice Hockey

Die neu gegründete National League AG wird auch in Zukunft Mitglied der SIHF bleiben und sich für die Förderung des gesamten Schweizer Eishockeys auf allen Ebenen einsetzen. So bleibt sie gestaltendes Mitglied innerhalb der laufenden Strukturdiskussionen im Schweizer Eishockey und in der dafür zuständigen Arbeitsgruppe.

Im Rahmen einer Kooperationsvereinbarung zwischen der National League und Swiss Ice Hockey werden die gemeinsam zu erbringenden Dienstleistungen und die finanziellen Abgeltungen partnerschaftlich geregelt.

Nachwuchsförderung

Jeder National-League-Club verfügt über professionelle Strukturen im Nachwuchs und investiert bereits heute viel in die Zukunft des Schweizer Eishockeys. Diese Investitionen sollen in den kommenden Jahren aufrechterhalten bleiben. Im Rahmen des Projekts «Stärkung der Nachwuchsligen» sollen gemeinsam mit der Regio League die notwendigen Anpassungen definiert und umgesetzt werden.

Die National-League-Clubs sind sich ihrer Verantwortung für die Rekrutierung, Förderung und Ausbildung des Nachwuchses (Spieler und Spielerinnen, Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter) bewusst. Sie werden auch künftig ihren finanziellen Beitrag, insbesondere für die Regio League, die Schiedsrichter und die Nachwuchs Nationalmannschaften leisten.

(Medienmitteilung National League AG)