«The game is mine, nobody do it better» dröhnt vor dem letzten Drittel aus den Lautsprechern der Swiss Life Arena. Vor diesem Spiel, wer einen Blick auf die Tabelle gewagt hat, würden wohl alle diese Aussage unterschreiben. Doch bei diesem unglaublich unterhaltsamen Sport auf unberechenbarer Unterlage ist schlicht und einfach alles möglich. Das beweist einmal mehr diese Partie gegen das Schlusslicht aus der Ajoie. Um es einfach auszudrücken: die letzten und wohl vorgängig budgetierten drei Punkte gegen Ajoie finden den Weg nicht auf das Punktekonto der ZSC Lions.

 

Hoppla

 

Als die Zürcher Lions sich auf den Weg in die zweite Pause machen, trauen viele Zuschauer ihren Augen nicht. Es steht auf dem überdimensionalen Videowürfel eine 0 beim Logo der ZSC Lions und eine 2 bei der Abbildung des Drachens aus der Pruntrut. In den ersten 20 Minuten hat Ajoie sein wohl effizientestes Drittel der jüngsten Clubgeschichte gespielt. Aus fünf Schüssen erzielen sie nicht weniger als zwei Tore. Beim ersten lenkt Guebey unglücklich einen Kohler-Schuss an Waeber vorbei und beim zweiten Tor ist Brennan im Powerplay erfolgreich – drei Sekunden vor der Sirene. Die Fans nehmen es (noch) gelassen und wissen, dass noch genügend Zeit da ist, um das Spiel zu drehen. Schliesslich ist die Mannschaft von Marc Crawford statistisch weit dem Team von Vauclair überlegen gewesen. Aber dann verstreichen eben weitere 20 Minuten und am Score ändert sich nichts. Die ZSC Lions sind durchaus bemüht, da kann man ihnen keinen Vorwurf machen, doch es fehlen eben die Tore.

 

Autsch

 

Zum obenerwähnten Track pusht sich die Mannschaft ins letzte Kapitel dieses Abends. Vier Minuten später stockt dem gut gefüllten Anhang in der Arena aber bereits wieder der Atem: Die Lions vertändeln die Scheibe in der Vorwärtsbewegung und die Jurassier kommen zu einer 2 gegen 0 Situation via Konter. Zum Glück steht im Kasten der Zürcher keine Null, sondern Ludovic Waeber. Er verhindert das mögliche 0:3 und damit die Vorentscheidung in dieser Partie. Nur zwei Zeigerumdrehungen später scheint die Sonne dann doch noch in Altstetten. Lucas Wallmark reagiert beim Abpraller von Ciaccio am schnellsten und verkürzt auf 1:2. Nur Augenblicke später bestätigt Goalie Waeber erneut, weshalb er schon wieder zum Best Player gekürt wird. Ein Fehlpass von Kukan landet direkt an der Schaufel eines HCA-Spielers, der Waeber gleich doppelt prüft, doch genau so oft vom Schlussmann gestoppt wird. Wem schadet in Zürich schon ein wenig Drama werden sich die Fans denken. Nach einer klassischen Tic-Tac-Toe-Aktion gleicht Simon Bodenmann im Powerplay aus (50’)! Schliesslich stehen Wunder nicht täglich auf dem Programm, oder doch? Nach ungeschickter Klärungsarbeit von Riedi, muss dieser in die Kühlbox. Frossard zieht ab – wumms und die Gäste liegen wieder in Führung (56′). Tatsächlich gelingt den ZSC Lions kurz vor dem Ende noch der Ausgleich. Justin Sigrist trifft zum vermeintlichen 3:3 ins Netz, wird aber später von den Herren im gestreiften Trikot enttäuscht: Kein Tor! Warum? Das weiss keiner so genau. Klar liegt Goalie Ciaccio irgendwie benebelt „im“ Tor, statt vor dem Gehäuse, doch von einem vorgängigen Foul kann eigentlich nicht die Rede sein. Obwohl die Schiedsrichter «on ice» noch auf Tor plädieren, ändern sie ihren Entscheid ohne dabei sich die Videobilder anzuschauen. Somit gehen die ZSC Lions leer aus und der Gästeblock feiert als gäbe es kein Morgen.

(Marko Filipovic)

 

 

 

 

 

Fotos: Media Team ZSC Lions, Berend Stettler